25. April 2009

Vergleich Suso: Freiland / Veredelt / Normal

Im März hatte ich berichtet, dass ich nach der Lektüre des Berichts der Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau auf die Idee gebracht wurde, ebenfalls die frühzeitige Auspflanzung von Tomaten im April zu versuchen. Ab Seite 38 ist der Bereicht "'Bolzano' im überdachten Freiland durch Frühpflanzung 1 kg Mehrertrag pro Pflanze" nachzulesen, auf dem meine Idee basiert. Genau folge ich den Ansätzen nicht, denn im Versuch wurden die Pflanzen, die früh ausgepflanzt wurden auch entsprechend früher gesät als die zweite Pflanzung. Ich wollte allerdings nicht die überzähligen Pflanzen der ersten Aussaat wegwerfen um dann ein paar Wochen später nochmals neue auszusäen. Also meine Pflanzen sind exakt gleich alt.
Am 12.4. habe ich je eine Pflanze Andrewia, Orange Flasche und Suso F1 im Freiland ungeschützt aufgepflanzt. Bisher habe ich auch noch kein Vlies zum Schutz vor Kälte (bis ca. 3°C) verwendet. Die Pflanzen sind gesund und munter und diese Suso hat sogar schon Blütenansätze. Die Orange Flasche und die Andrewia sind noch nicht so weit.

Im nächsten Bild sieht man links die "normale" und rechts die veredelte Suso. Die Größe kann man schlecht zum Vergleich heranziehen, das Töpfchen der veredelte Pflanze steht wesentlich tiefer und ist nur halb gefüllt.. Die Normale wurde aber tief eingepflanzt - der Vergleich ist also nicht ganz so einfach.

Um überhaupt ein Kriterium zu haben, habe ich die Blätter gezählt: alle drei Pflanzen haben die gleiche Anzahl Blätter und auch bei diesen beiden Pflanzen sind die Blütenansätze bereits zu erkennen.
Die Veredelte hat den Streß des Zusammenwachsens und die Woche Schatten gut verkraftet und den Nachteil wieder aufgeholt. Die Freilandpflanze ist möglicherweise nicht so hoch (wurde aber auch tief eingepflanzt) aber ich würde sagen, dass sie bisher auch noch sehr gut im Vergleich da steht. Bisher sind alle Suso Pflanzen in etwa gleich weit entwickelt.

18. April 2009

Veredelung mit Silikon-Clip

Meine ersten Veredelungsversuche habe ich vor 2 Wochen vorgenommen. Dabei habe ich die abgeschnittenen Kopfstecklinge der Unterlage Vigomax F1 in ein Wasserglas zur Bewurzelung gestellt. Nach ca. einer Woche hatten sie ausreichend Wurzeln gebildet, so dass ich sie eintopfen konnte. Heute sehen die Stecklinge so aus:

Also, die sind bereit als Unterlagen für die nächsten Veredelungsversuche zur Verfügung zu stehen. Die Pflanze vorne rechts hatte das Töpfchen schon vollständig durchwurzelt, ich konnte sie leicht aus dem 10'er Tray rausheben und in ein etwas größeren Töpfchen eintopfen. Eine andere Vigomax konnte ich zwar auch gut rauslösen und umtopfen, doch durch das tiefe Einpflanzen blieb nur ein kurzer, dünner Stengel übrig. Der war mir zu klein zum Veredeln, die Pflanze lasse ich noch etwas wachsen. Die dritte Vigomax war wohl noch nicht so gut eingewurzelt und lies sich nicht aus dem 10'er Tray heben - die habe ich drin gelassen, soll noch etwas weiterwachsen.
Dieses Mal habe ich die Vigomax tiefer eingepflanzt, damit sie noch aus dem Stamm zusätzliche Wurzeln bilden kann. Das unterste Blatt wurde entfernt.
Die Edelsorten sind inzwischen knapp, nicht nur, dass eine Sorte nicht gekeimt und eine andere Pflanze durch meine Dummheit kaputt ging. Ich habe auch extrem sparsam ausgesät. Bei der ersten Partie habe ich eine Keimquote von 100 % erzielt, so dass ich von den anderen Sorten auch nur 2 Korn ausgesät habe. Damit kann ich eine für mich behalten und habe noch genügend Pflanzen um sie meinen Eltern abzugeben. Aber großen Spielraum für solche Experimente habe ich halt nicht mehr.
Als Edelsorte habe ich die Sungella gewählt, von der ich zwei Pflanzen habe. Ich habe das Unterteil dieses mal behalten. Vielleicht bildet sich ein Seitentrieb, so dass ich diese Pflanze weiter verwenden kann.
Dieses Mal habe ich einen Silikon Clip verwendet um die Unterlage und die Edelsorte zu verbinden.

Dieser Clip hält die beiden Stängel wie eine Klammer fest umschlossen. Die Sungella ist etwas dunkler als die Vigomax, man kann also schön erkennen, wo beide Pflanzenteile zusammenstoßen. Die Pflanze wurde wieder besprüht und kommt in ein Anzuchthäuschen auf der Fensterbank. Im Bild ist leider auch zu erkennen, dass ich bei der Aktion die Sungella beschädigt habe, ich hoffe, es ist nur ein Blatt abgebrochen und nicht die Triebspitze, das wäre schade.

11. April 2009

Tomaten - Eseleien

Stefan vom Gmias - Blog hat Ende März eine lustigen, aber höchst informativen Beitrag geschrieben, in dem er Anfängerfehler zusammengetragen hat.

Leider läßt sich eine solche Liste schier endlos fortsetzen. Mir ist in den letzten Wochen, bzw. Tagen folgendes passiert:
  • Leichte Anzuchtgefäße unbedingt windgeschützt aufstellen
    Für Aussaat habe ich ganz leichte Kunststoff-Eierverpackungen verwendet. Nachdem ich ein Teil der Pflänzchen pikiert hatte, habe ich den Behälter mit den restlichen Keimlingen einfach auf dem Gartentisch in der Sonne abgestellt. Kurz danach konnte ich die Reste von der Terasse auffegen. Erfreulicherweise ist nix abgebrochen und die Zuorodnung zu den Namensschildchen habe ich wohl auch noch hingekriegt, weil nur noch zwei Sorten übrig waren.
  • Aussaaterde nicht mehr zum Auffüllen nach dem Pikieren verwenden
    Wenn ich die Pflänzchen pikiere, verwende ich die übrig gebliebene Erde aus dem Behälter, in dem die Tomaten gekeimt sind, um die neuen Töpfchen aufzufüllen. Das Ergebnis sieht man hier:
    Neben der pikierten Andrewia wächst ein unbekannter Spätkeimer. Eine Andrewia kann es nicht sein, die sind zu 100 % gekeimt. Da die restliche Keimquote auch nicht schlecht war könnte es sich nur um folgende Sorten handeln: Oaxacan Juwel (würde sich bald klären - ist nämlich meine einzige kartoffelblättrige Sorte in diesem Jahr) oder Sungold F1. Oder sollte es sogar ein weißes Ochsenherz sein? Ist aber fast unmöglich. Auf jeden Fall wird die Unbekannte gepäppelt.
  • Pflänzchen nicht ins Foliengewächshaus stellen, wenn man nicht zuhause ist
    Damit habe ich mir am Donnerstag fast das Ergebnis meiner Arbeit der letzten Wochen ruiniert. Am Morgen war es noch kühl und bedeckt und ich habe die Pflanzen in das geschlossene Anzuchtgewächshäuschen gestellt und bin zur Arbeit. Der Tag wurde extrem sonnig und als ich zuhause jemanden erreicht habe, der das Gewächshäuschen öffnet, war es fast schon zu spät. Am Abend bot sich ein fürchterlicher Anblick und ich war fast am Heulen: alles hing schlaff und gekrümmt, teilweise flach auf der Erde. Mir war schon klar, dass sich die größeren Pflanzen wieder erholen, aber die Jüngsten habe ich gedanklich schon abgeschrieben. Aber erfreulicherweise sind Tomaten echt zäh und bis auf diese beiden Costoluto Genovese haben alle überlebt.

    Die linke ist wohl hin, die rechte kann es wohl noch packen. Aber das war wirklich knapp und eine riesen Dummheit.

10. April 2009

Veredelung: eine Woche danach...

... kann man wohl sagen, dass es geklappt hat. Die Pflanzen standen in einem Zimmergewächshäuschen, wurden regelmäßig besprüht um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erzielen und schattig aufgestellt. Und so sieht es nach einer Woche aus:

Die Andrewia war mein erster Versuch. Der Schnitt verläuft ziemlich schräg, was auch so geplant war. Allerdings ist die Edelsorte leicht abgerutscht und sitzt nicht plan auf.

Die Orange Flasche kam als zweites dran. Der Schnitt ist eher waagerecht aber die Flächen sitzen plan auf und überlappen vollständig.

Als letztes kam die Suso F1 dran und da liegen die Flächen nicht gut aufeinander. Man kann sogar den Stift in der Mitte des Bildes erkennen.

Am besten ist die Veredelung bei der Orangen Flasche gelungen, aber ich bin mir sicher, dass die beiden anderen Pflanzen ebenfalls gut wachsen werden. Tomaten sind doch recht robust. Aber alles in allem ist das keine Sache für Grobmotoriker oder Leute mit einer Sehschwäche. Für die Veredelung habe ich auch meine Brille rausgekramt, die ich sonst nur bei Näharbeiten oder ähnlich fuzzeligen Gelegenheiten brauche. Dass der Stift bei der Suso rausschaut habe ich auch erst mit der Lupe entdeckt. Aber ich würde sagen: Experiment geglückt

5. April 2009

Drei Wochen nach der Aussaat ...

ist vom weißen Ochsenherz noch immer nichts zu sehen. Auch die Costoluto Genovese hat sich mit dem Keimen schwer getan. Nach zwei Wochen habe ich von beiden Sorten je zwei Korn nachgelegt und ein paar Tage später hatte ich zwei Keimlinge der Costoluto - vom weißen Ochsenherz immer noch keine Spur. Inzwischen habe ich alle verfügbaren Samenkörner dieser Sorte nachgelegt und hoffe, dass sich vielleicht doch noch eins erbarmt und keimen will. Wenn nicht, werde ich am nächsten Wochenende vielleicht doch noch die Orange Russian 117 aussäen. Wobei das dann doch recht spät wäre, die anderen Sorten haben schon einen gehörigen Vorsprung.
In diesem Bild sieht man rechts die erste Partie vom 15.2. und links die dritte vom 14.3. im Vergleich.

Die Pflanzen der ersten Aussaat sind inzwischen so ca. 10 cm hoch, die anderen abgebildeten Pflänzchen etwa 3 cm.
Das zweite Bild zeigt links die mittlere Partie vom 1.3. und rechts die letzte vom 14.3.

Die Pflanzen der mittleren Aussaat sind so ca. 6 cm hoch. Das ist die Partie, die ich zum einen für das Veredeln und zum anderen für die frühe Auspflanzung vorgesehen habe. Das wäre dann in ca. 2 Wochen soweit. Mir kommen die Pflänzchen dafür noch sehr klein vor, selbst wenn sie in 2 Wochen ca. 10 cm hoch werden kann ich es mir schlecht vorstellen, diese kleinen Zwerge schon ins Beet zu setzen. Naja, es ist ja im Dienste der Wissenschaft und ich habe ja noch jeweils eine Ersatzpflanze, wenn es nicht hinhauen sollte.

3. April 2009

Tomaten veredeln

Heute habe ich meinen ersten Versuch gestartet Tomaten zu veredeln. Ich verwende das Veredelungsset von Kiepenkerl, mit der Unterlage Vigomax F1 und feinen Keramikstiften zur Verbindung von Unterlage und Edelsorte. Jens von schoenetomaten.de hat die Methode sehr schön beschrieben und Schritt für Schritt bebildert.
Ich habe die Unterlage knapp über den Keimblättern schräg angeschnitten und den Keramikstift bis zur Mitte reingesteckt.


Die Edelsorten wurden ebenfalls leicht schräg angeschnitten und von oben auf den Stift geschoben.
Es wird empfohlen, dass die Edelsorte ca. 5 Tage nach der Unterlage ausgesät wird. Der Stängel der Edelsorte sollte zum Zeitpunkt der Veredelung dünner als die Unterlage sein. Ich hatte die Edelsorten gleichzeitig mit der Unterlage gesät, eine der Sorten (Souso F1) war schon kräftiger als Vigomax. Das kann man meiner Meinung nach korrigieren, wenn man den Schnitt der Edelsorte weiter oben ansetzt.


Nun müssen die Pflanzen hell, aber geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Ich habe sie in einem Zimmergewächshäuschen aufgestellt, dort werden sie häufig besprüht um eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit zu erhalten.
Jetzt heißt es Daumen drücken, damit die Pflänzchen an der Veredelungsstelle gut zusammen wachsen.

21. März 2009

Nach einer Woche ...

... sind von 16 Sorten 10 gekeimt. Es fehlen die Sorten Black Cherry, Besser , Costoluto Genovese, Ildy, Oaxacan Jewel und Weißes Ochsenherz. Nicole hat im letzten Beitrag nach einem Bild zum Vergleich mit ihren Pflänzchen gefragt, hier ist es:
Es sind Winzlinge, gerade frisch geschlüpft, vom ersten echten Blattpaar noch lange nichts zu sehen.
Viel interessanter finde ich die Temperaturanzeige: hinterm Haus, auf der Fensterbank, Südseite sind es knapp 35°, vorm Haus, Nordseite sind es gleichzeitig 7 °C im Schatten. Man kann diese sonnigen Märztage sehr schön ausnutzen um den Pflänzchen Licht und Wärme zu gönnen. Allerdings muß man sehr gut aufpassen, wenn die Sonne weg ist, wird es gleich empfindlich kalt.