24. August 2008

Saatgut gewinnen

Bei all der Freude über die Ernte und dem ganzen Verarbeitungsstreß, darf man aber zur Zeit nicht vergessen Saatgut für die nächste Saison zu gewinnen. Insbesondere bei den Sorten, von denen ich ein Pflänzchen geschenkt bekommen habe und keinen eigenen Samen habe ist das schon erfolgt. Dann heißt es den Saatgutbestand zu durchforsten um festzustellen, wo nur noch wenige Körnchen übrig sind.
Außer Acht lasse ich die F1 Sorten Sungold und Super Sweet 100 und die Sorten, bei denen ich mich bei einem der letzten Thompson & Morgan Angebote mit frischem Samen eingedeckt habe, wie z.B. der Green Sausage. Es bleiben allerdings immer noch genügend Sorten, die neu sind oder der Samenbestand dem Ende entgegen geht.
An mehreren Stellen im Netz gibt es gute Anleitungen, wie z.B. bei Prof. Klapprott, Steve Schwarz vom Kraizschouschteschgaart und ich hatte im Juli 2006 selbst auch schon mal von meiner Methode berichtet. Allerdings habe ich aufgrund eines Kommentars von Reinhard aus Berlin meine Methode etwas verfeinert und möchte sie diesmal bebildert vorstellen.


Bild 1: Im ersten Schritt schneide ich die Früchte quer durch und schabe mit einem Teelöffel Samen und Glibber aus der Frucht. Dieser Flüssigkeit setze ich noch etwas Wasser zu und lasse sie ein paar Tage (mind. 2) stehen, bis sie gärt. Während der Zeit rühre ich ab und zu um.
Bild 2: Wenn in der Flüssigkeit kleine Bläschen aufsteigen, sie vergoren riecht oder einfach wenn ich gerade Zeit habe schütte ich den Inhalt des Schnapsgläschens durch ein Teesieb und reibe bei der Gelegenheit den Glibber etwas ab.
Bild 3: Und das ist die Änderung gegenüber 2006, denn damals habe ich Küchenpapier verwendet auf dem ich die Körnchen getrocknet habe. In einem Kommentar hat Reinhard aus Berlin erwähnt, dass er Baumwolltücher dafür nimmt, weil die getrockneten Körner auf dem Küchenpapier festkleben und schlecht zu entfernen sind. Ich verwende seitdem Mikrofasertücher, die man zum Fensterputzen verwendet. Also nicht die mit Schlingen, wie Frottee sondern die glatten. Die trocknen hervorragend und sind im Gegensatz zu Küchenpapier fest, man kann die feuchten Körner gut abreiben und damit den letzten Glibberrest entfernen. Auf dem Tuch lasse ich die Körner mind. einen Tag liegen.
Bild 4: Anschließend trockne ich die Körnchen noch ein paar Tage in einem offenen Behälter, ehe sie endgültig verpackt und verstaut werden.

Problem: Aufpassen mit der Beschriftung! Ich werfe jedes Korn, dass sich außerhalb des Siebs / Tuchs / Eierbechers befindet weg, wenn ich es nicht zuordnen kann. Leider habe ich bei der Beschriftung des Eierbechers geschlampt und fand gestern nicht mehr das passende Etikett. Ich bin mir 90 % sicher, um welche Sorte es sich handelt, leider eine von der keine reife Frucht mehr da ist, sonst müßte ich eigentlich auch diese Partie wegwerfen.... Entweder muß ich jetzt mitschreiben, wann ich welche Sorte zum Gären aufgesetzt habe oder ich muß mir einen abwaschbaren Stift besorgen, mit dem ich die Gläser und Eierbecher beschrifte.

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